ERSTMUSTERPRÜFBERICHT (EMPB)
Ein Erstmusterprüfbericht (EMPB) belegt vor dem Serienstart, dass ein Produkt alle vereinbarten Prüfmerkmale erfüllt. Microvista liefert die messtechnischen Nachweise dafür mit industrieller Computertomographie: zerstörungsfrei, VDA- und PPAP-konform, mit Ersteinschätzung innerhalb eines Werktags und Express-Prüfung in unter 3 Tagen.
Wie sichert industrielle CT die Erstbemusterung nach VDA Band 2 und PPAP ab?
Microvista unterstützt die Erstellung von Erstmusterprüfberichten mit CT-basierten Prüfergebnissen: dimensionelle Messungen, Porositätsanalysen nach Norm und Fügekontrollen aus einem einzigen Scan, mit dokumentierter Messunsicherheit, aufbereitet nach Ihren Formatvorgaben für die Bemusterung nach VDA Band 2 oder PPAP.
Der Grund für den CT-Einsatz: Der Erstmusterprüfbericht muss jedes vereinbarte Prüfmerkmal belegen, auch solche im Inneren des Bauteils. Genau dort endet klassische Messtechnik, denn Porosität, Wandstärkenverläufe und Fügestellen sind taktil und optisch nicht erreichbar, ohne das Erstmuster zu zerstören.
Industrielle CT erweitert den Nachweis der Konformität auf das vollständige Bauteilvolumen, zerstörungsfrei und reproduzierbar.

Warum der Erstmusterprüfbericht (EMPB) über die Freigabe zur Serienfertigung entscheidet
Ein Erstmusterprüfbericht dokumentiert die Prüfergebnisse der ersten Teile aus dem Produktionsprozess. Der EMPB dient als Nachweis, dass ein Lieferant die Anforderungen an das Produkt verstanden hat und die Produktqualität unter realen Produktionsbedingungen sicherstellen kann; erst mit der Freigabe durch den Kunden geht das Produkt in die Serienfertigung.
Die Bedeutung des EMPB in der Automobilindustrie ergibt sich aus der IATF 16949 [3]: OEMs verlangen die Erstbemusterung im Qualitätsmanagement verbindlich, als Beleg, dass die Teile den vereinbarten Qualitätsstandards entsprechen. Ein unvollständiger Bericht blockiert die Freigabe und damit den Start der Serienproduktion.
Erstmusterprüfbericht nach VDA und PPAP: Wer liefert welchen Nachweis?
MICROVISTA
liefert die messtechnischen Nachweise
- Maßblätter und Messprotokolle aus dem CT-Volumenmodell
- Porenbericht nach P202/P203 oder Herstellernorm
- Wandstärken- und Fügeanalysen
- CAD-Soll-Ist-Vergleich als Falschfarbendarstellung
- Messunsicherheit und Prüfkörper dokumentiert
LIEFERANT (SIE)
erstellt und verantwortet den EMPB
- Deckblatt mit Stammdaten
- FMEA und Produktionslenkungsplan
- Prozessnachweise aus der Fertigung unter Serienbedingungen
- Unterschrift und Einreichung beim Kunden
WERKSTOFFLIEFERANT
liefert die Materialnachweise
- Materialprüfzeugnisse zum eingesetzten Werkstoff
- z. B. Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204
PPAP (Production Part Approval Process): Das nordamerikanische Pendant der AIAG arbeitet mit fünf Vorlagestufen [2], üblich ist Level 3 mit vollständigem Bericht. PPAP und PPF unterscheiden sich im Detailgrad, verlangen aber dieselben messtechnischen Nachweise: Microvista liefert die Prüfergebnisse für beide Verfahren; das Berichtsformat stimmen wir auf Ihre Vorgaben ab, sodass Sie Messprotokolle und Befunde direkt in Ihre Bemusterungsunterlagen übernehmen.
In einem Satz: Die messtechnischen Nachweise kommen von Microvista, die organisatorischen vom Lieferanten, die Materialzeugnisse vom Werkstofflieferanten.
CT-Messtechnik für die Erstmusterprüfung: Scan, Volumenmodell, Auswertung
Für eine Bemusterung erstellen wir einen hochaufgelösten CT-Scan: Das Erstmuster rotiert zwischen Röntgenquelle und Detektor, aus mehreren tausend Durchstrahlungsbildern wird ein vollständiges 3D-Volumenmodell rekonstruiert, innen wie außen, mit einer räumlichen Auflösung von 0,02 bis 1 mm je nach Bauteilgröße. Auf diesem Volumenmodell führen unsere Messtechniker die Auswertungen durch, die Ihr Prüfplan für die Qualitätssicherung verlangt.

Dimensionelle Prüfung und CAD-Soll-Ist-Vergleich
Nach der Oberflächenbestimmung messen wir alle Zeichnungsmerkmale direkt im Volumenmodell, auch Hinterschnitte, innere Kanäle und Freiformflächen. Der Abgleich mit Ihren CAD-Daten wird als Falschfarbendarstellung dokumentiert und belegt die Einhaltung der Toleranzen. Die Messgenauigkeit beginnt bei 0,02 mm, abhängig von Bauteilgröße und Material.

Porositätsanalyse nach Norm (P202, P203)
Poren, Lunker und Einschlüsse bewerten wir nach P202, P203 oder Herstellernorm (etwa VW 50093, ZFN 1136), einschließlich normenkonformer Auswahl des Prüfbereichs und Ermittlung von Flächen und Äquivalenzkreisen. Bei Gussteilen aus Aluminium, Magnesium und Eisen ist dies der häufigste Grund, warum eine Erstbemusterung CT-Daten braucht.

Wandstärken, Füge- und Montagekontrolle
Die Wandstärkenverteilung erfassen wir über das gesamte Bauteil, nicht nur an Stichprobenpunkten; gerade bei dünnwandigen Bauteilen wie E-Motor-Gehäusen zählt das. Schweißungen, Lötungen und Klebungen prüfen wir auf Poren und Anbindungsfehler, etwa an Hairpin-Statoren; Microvista hat über 100.000 Hairpin-Schweißungen ausgewertet. Montierte Baugruppen beurteilen wir ohne Demontage.
Für gut zugängliche Einzelmaße mit engen Toleranzen kann taktile Messtechnik genauer oder wirtschaftlicher sein. Der Vorteil der CT liegt darin, viele äußere und innere Merkmale aus demselben Datensatz zu bewerten und das Erstmuster unversehrt zu lassen: Es bleibt für Funktionsprüfungen oder die Vorlage beim Kunden verfügbar, und der frühe CT-Einsatz hilft, Fehler frühzeitig zu erkennen, bevor sie den Serienanlauf verzögern.
Überblick: Vom Prüfmerkmal zum Nachweis im EMPB
Die Tabelle zeigt, welche CT-Auswertung welches Prüfmerkmal abdeckt und welcher Nachweis daraus für Ihre Bemusterungsunterlagen entsteht.
| Prüfmerkmal | CT-Auswertung bei Microvista | Nachweis im Erstmusterprüfbericht |
|---|---|---|
| Maße und Geometrie | Maßauswertung im Volumenmodell, CAD-Soll-Ist-Vergleich | Messprotokoll je Zeichnungsmerkmal, Falschfarbendarstellung |
| Porosität | Analyse nach P202/P203 oder Herstellernorm (VW 50093, ZFN 1136) | Porenbericht mit Größe, Lage und Bewertung |
| Wandstärken | Flächige Wandstärkenanalyse am gesamten Bauteil | Wandstärkenreport mit Toleranzbewertung |
| Fügestellen | Prüfung von Schweißungen, Lötungen, Klebungen | Befund zu Poren und Anbindungsfehlern |
| Montagezustand | Baugruppenprüfung ohne Demontage | Dokumentation von Sitz und Vollständigkeit |
Erfüllt die CT-Messung die Anforderungen des VDA?
Ja. Der VDA Band 2 erkennt industrielle CT als Prüfverfahren an, wenn die Messtechnik nachvollziehbar dokumentiert ist [1]. Microvista weist dafür in jedem Prüfbericht aus:
- Kalibrierung und Rückführbarkeit der Messmittel,
- Nachweis der Messfähigkeit durch mitgescannte Prüfkörper (Bildgüteprüfkörper und Kugelstäbe),
- CT-Parameter: Voxelgröße, Scanparameter, Auswertungsalgorithmus,
- konkrete Angabe der verbleibenden Messunsicherheit.
Jedes Bauteil registrieren wir beim Teileeingang mit einer internen Nummer. Scandaten, Analysen und Reports beziehen sich auf diese Nummer, damit ist jeder Arbeitsschritt vollständig nachvollziehbar. Microvista ist ISO 9001:2015 zertifiziert.
Erstmusterprüfbericht erstellen: der Bemusterungsprozess bei Microvista
Den Erstmusterprüfbericht kann der Lieferant erst einreichen, wenn alle Prüfmerkmale in der Toleranz liegen; bei Abweichungen wird die Erstbemusterung so lange wiederholt, bis die Nachweise vollständig sind. Nachmuster scannen wir zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit mit identischen Parametern.
Anfrage
Sie senden Zeichnung, Prüfplan und Terminlage. Ersteinschätzung innerhalb eines Werktags, anschließend ein verbindliches Angebot.
Teileeingang und Scan
Ihre Erstmuster kommen ins CT-Labor und werden mit interner Nummer registriert. Prüfbar bis 715 mm Hüllkreis, 1.600 mm Länge, 150 kg.
Auswertung
Maße, Porosität, Wandstärken und Fügestellen, geprüft nach den Vorgaben des Kunden und der vereinbarten Norm.
Bericht
Messprotokolle, Porenberichte und Falschfarbendarstellungen, bereitgestellt im Online-Portal InspectHub, abrufbar im Browser.
Die 3 Service-Modelle von Microvista
- die CT-Laborprüfung als Standardweg für Erstbemusterungen,
- der Scandaten-Upload für Kunden mit eigenem CT: Sie laden Ihre CT-Daten in die Microvista Secure Cloud und die Auswertung übernehmen unsere Messtechniker,
- sowie das mobile CT-System ScanExpress für umfangreiche Bemusterungen und SOP-Freigaben direkt in Ihrer Fertigung

Jetzt Ersteinschätzung einholen
Steht eine Erstbemusterung an, senden Sie uns Zeichnung und Terminlage. Sie erhalten innerhalb eines Werktags eine Rückmeldung zu Machbarkeit, Preis und Liefertermin. Die Ersteinschätzung ist kostenlos und unverbindlich.
Kontaktformular
Ansprechpartner für sofortige Unterstützung

Jonas Wengerodt
Sales Manager

Dr. Robin Höhne
CEO | Microvista GmbH
Häufige Fragen
Ein CT-Scan beginnt bei 125 € (Bauteil bis 200 mm Scanlänge), ein manuell erstellter 3D-Porenbericht kostet 130 € pro Bauteil. Der Gesamtpreis hängt von Bauteilgröße, Auflösung und Prüfumfang ab. Sie erhalten vorab ein Festpreisangebot.
Ja. Der VDA Band 2 erkennt CT als Messverfahren an, wenn Kalibrierung, Messfähigkeit und Messunsicherheit dokumentiert sind [1]. Diese Angaben sind Bestandteil jedes Microvista-Prüfberichts und genügen den Anforderungen Ihres Qualitätsmanagements.
Ein neuer Erstmusterprüfbericht wird angefertigt bei Neuteilen, neuem Lieferanten, Materialwechsel, geänderten Fertigungsverfahren oder Werkzeugen, Standortverlagerung und nach längerer Produktionspause. Die Auslöser regeln der VDA Band 2 beziehungsweise die Kundenvereinbarung.
Die Erstbemusterung ist der gesamte Freigabeprozess zwischen Lieferant und Kunde. Die Prüfung der Erstmuster ist der messtechnische Teil davon, und der Bericht dokumentiert deren Ergebnisse für die Freigabeentscheidung.
Vor allem Zulieferer der Automobilindustrie und E-Mobilität, Gießereien sowie Unternehmen aus Medizintechnik und Luftfahrt: überall dort, wo Kunden eine Freigabe nach VDA Band 2, PPAP oder vergleichbaren Regelwerken verlangen.
Quellen und normative Einordnung
Die Aussagen dieser Seite stützen sich auf folgende Normen und Regelwerke:
[1] VDA QMC (2020): VDA Band 2. Sicherung der Qualität von Lieferungen, Produktionsprozess- und Produktfreigabe (PPF), 6. Auflage.
[2] AIAG (2006): Production Part Approval Process (PPAP), 4. Auflage.
[3] IATF (2016): IATF 16949:2016. Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme für die Serien- und Ersatzteilproduktion in der Automobilindustrie.