CT-Prüfung von Antriebssystemen nach Abplatzungen an einem Riemenrad 

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An kunststoffbasierten Riemenrädern elektrischer Antriebssysteme war vereinzelt Material ausgebrochen. Lösen sich die Bruchstücke im Gehäuse, kann der Antrieb blockieren. Microvista hat 5.960 Systeme einzeln per industrieller CT geprüft, jedes rückverfolgbar über seine Bauteil-ID: 3,3 % mussten aussortiert werden, der Großteil konnte weiterverwendet werden.

Ausgangssituation

Bei elektrischen Antriebssystemen wurde vereinzelt festgestellt, dass an einem kunststoffbasierten Riemenrad Material ausgebrochen war. 

Der Materialverlust selbst stellte nicht das wesentliche Risiko dar. Kritisch war die Möglichkeit, dass sich die Bruchstücke im Gehäuse lösen und zwischen Riemen und Antriebskomponenten gelangen. Im ungünstigsten Fall kann dies zu einer Blockade des Antriebssystems führen. 

Für die betroffenen Systeme fehlte eine belastbare Informationsgrundlage. Ohne sichere Erkenntnisse über den Zustand jedes einzelnen Bauteils bestand die Gefahr, große Mengen funktionsfähiger Produkte vorsorglich auszusortieren.

Ziel

Das Ziel bestand nicht nur darin, Abplatzungen zu identifizieren. Entscheidend war, eine belastbare Informationsgrundlage bereitzustellen, damit fundierte Entscheidungen getroffen werden können: 

Die Lösung

Insgesamt wurden 5.960 Antriebssysteme mittels industrieller Computertomographie geprüft. Jeweils zwei Antriebssysteme wurden gleichzeitig gescannt. Die Scanzeit betrug rund 6 Minuten pro System. 

Bereits vor Beginn jedes CT-Scans erfolgte die eindeutige Zuordnung von Bauteil-ID und Bauteilposition. Dadurch war die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Systems über die gesamte Prüfkampagne hinweg sichergestellt. 

Nach dem Scan wurden die Bauteile automatisch vereinzelt und das Riemenrad für die Auswertung ausgerichtet. Die Ausrichtung war dabei ein entscheidender Schritt. Die relevanten Abplatzungen befanden sich an der oberen Kante des Riemenrades. Um diese zuverlässig erkennen zu können, musste der vollständige Radumfang in jedem Datensatz exakt registriert werden.  

Auf Basis dieser Registrierung wurde ein Bilderstapel erzeugt, der sich entlang der Rotationsachse des Riemenrades erstreckte. Dadurch ließ sich der gesamte Umfang des Bauteils systematisch bewerten. Abplatzungen konnten schnell und reproduzierbar identifiziert werden 

Von der Bauteil-ID zur Sortierentscheidung

  1. 1

    ID zuordnen

    Bauteil-ID und Position vor jedem Scan erfasst

  2. 2

    CT-Scan

    zwei Systeme gleichzeitig, rund 6 Min. pro System

  3. 3

    Vereinzeln und ausrichten

    automatisch, Radumfang exakt registriert

  4. 4

    Bilderstapel

    entlang der Rotationsachse, ganzer Umfang bewertbar

  5. 5

    Bewerten und sortieren

    durch den Bediener, bewusst ohne Software-Automatik

  6. 6

    InspectHub

    Ergebnis und CT-Bilder sofort beim Kunden

Bewusst keine automatische Bewertung

Eine automatische Defekterkennung wäre technisch problemlos umsetzbar gewesen. Im vorliegenden Fall hätte sie jedoch keinen zusätzlichen Durchsatz erzeugt. Während der Scan lief, blieb dem Bediener genügend Zeit, um die zuvor gescannten Bauteile zu bewerten und zu sortieren, sowie die folgenden Bauteile vorzubereiten.  

Zusätzliche Softwarekosten wären entstanden, ohne einen zeitlichen Vorteil im Prozess zu schaffen. Aus diesem Grund wurde die wirtschaftlich sinnvollste Lösung gewählt. 

CT-Anlage
Scan Paar 1
Scan Paar 2
Scan Paar 3
Bediener
Paar 2 vorbereiten
Paar 1 bewerten, Paar 3 vorbereiten
Paar 2 bewerten, Paar 4 vorbereiten
Zeit

Datenbereitstellung über InspectHub

Nach Abschluss der Bewertung wurden das Prüfergebnis sowie die zugrunde liegenden CT-Bilddaten unmittelbar im InspectHub-Portal bereitgestellt. Dadurch standen dem Kunden alle relevanten Informationen direkt zur Verfügung: 

InspectHub am Laptop

Ergebnis

Die CT-Prüfung zeigte, dass die tatsächliche Ausschussquote lediglich 3,3 % betrug. 

Vor Beginn der Untersuchung war unklar, wie viele Bauteile von kritischen Abplatzungen betroffen waren. Erst die CT-gestützte Bewertung lieferte die notwendige Entscheidungsgrundlage, um betroffene Bauteile gezielt auszusortieren und den überwiegenden Teil der bereits produzierten Komponenten weiterzuverwenden. So konnten Produktsicherheit und Wertschöpfung gleichermaßen abgesichert werden. Insgesamt konnten folgende Mehrwerte in diesem Fall erreicht werden:

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